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CHECKLISTE: WANDERN IN DEN BERGEN

Wer die Bergwelt für sich entdeckt hat, wird ein Leben lang nicht mehr davon loskommen. Bergwanderungen sind anstrengend und verlangen je nach Schwierigkeitsgrad eine ausführliche Vorbereitung.

Planung

Was man bereits bei der Planung einer alpinen Schulwanderung berücksichtigen sollte.

Durchführung

Es ist soweit. Wenn diese Punkte beachtet werden, dann wird die alpine Schulwanderung zum Erfolg.

Die Planung einer Schulwanderung
in den Bergen 

  • Amtliche Bestimmungen der Schulbehörde (länderspezifisch) zur Wanderung im Gebirge beachten
     

  • Die Lehrkraft oder eine Begleitperson muss Erfahrungen im Gebirgswandern haben, ggf. ist ein Bergführer einzubeziehen. Wer ein entsprechendes Programm der Jugendherbergen Bayern in Anspruch nimmt wird von Experten geführt.
     

  • Neben dem Schulleiter auch die Eltern über das Vorhaben (Wanderziel, notwendige Ausrüstung, Proviant, Begleitpersonen, anfallende Kosten, Zeitpunkt des Abmarsches und der Rückkehr) informieren
     

  • Bei längeren Wanderungen ist es ratsam, mit den Eltern ein Sammeltelefon zu vereinbaren (zentrales Telefon bei Eltern oder Schule). Bei Verspätungen oder im Notfall ist dadurch nur ein Anruf nötig. Rückfragen können dann vom Sammeltelefon aus beantwortet werden
     

  • Ggf. eine Begleitperson (z. B. Eltern, Praktikanten) wählen, die von den Schülern respektiert wird, und sie in die Vorbereitung mit einbeziehen. Wichtig ist es, sich in Aufsichtsfragen abzustimmen. Die Begleitperson vom Schulleiter genehmigen lassen
     

  • Für Schüler, die aus besonderen Gründen an der Wanderung im Gebirge nicht teilnehmen können, Unterricht vorsehen
     

  • Körperliche Leistungsfähigkeit, Sozialverhalten und eventuelle gesundheitliche Probleme (insbesondere Kreislauf- und Atemfunktionsschwächen) einzelner Schüler berücksichtigen.
    Eventuell Arzt befragen oder Attest einholen. (Durchschnittliche Leistungsfähigkeit nach Alter)
     

  • Auf geeigneten Sonnenschutz für Haut und Augen achten
     

  • Die Leistung der Begleitperson und auch die eigenen Leistungen richtig einschätzen
     

  • Die Schüler körperlich gut vorbereiten (z. B. richtiges Gehen im Gelände, Atemtechnik)
     

  • Bei der Auswahl des Weges aktuelles, detailgetreues Kartenmaterial heranziehen und nur auf der Karte oder im Wanderführer angegebene Wege auswählen. Die Beschaffenheit (Nässe, Steilheit, Sonneneinstrahlung) berücksichtigen. Am Besten buchen Sie eine geführte Bergwanderung der Jugendherbergen Bayern. Ausgebildete Bergführer bringen Sie sicher auf den Berg und wieder zurück.
     

  • Firnfelder (Altschnee) bei der Wegeauswahl meiden
     

  • Eigene oder fremde Erfahrungen über die geplante Tour auswerten. Ggf. die Tour selbst abgehen und dabei die Beschaffenheit von Wegesicherungen prüfen.
     

  • Wanderzeiten, Zeiten für den Hin- und Rückweg, Zeiten für Pausen einplanen und Zeitreserven vorsehen
     

  • Die Schulklasse sollte vor Einbruch der Dunkelheit die Wanderung im Gebirge beendet haben
     

  • Akustische bzw. optische Signale (z. B. bei Gefahren) zum Sammeln vereinbaren und die Reaktionen auf sie einüben
     

  • Mit den Schülern das alpine Notsignal üben: Innerhalb einer Minute sechsmal in regelmäßigen Abständen ein sicht- oder hörbares Zeichen geben, anschließend eine Minute Pause. Das Zeichen so lange geben, bis Hilfe eintrifft. Zusätzlich permanente Zeichen auslegen, z. B. Rucksäcke, große Markierungen (Steine, Schnee) oder auf andere Weise optisch bemerkbar machen. Wer ein alpines Notsignal wahrnimmt, gibt das Antwortzeichen (3-mal in 1 Minute ein Zeichen, dann 1 Minute Pause) und ist verpflichtet, Hilfe zu holen
     

  • Immer den Wetterbericht berücksichtigen!
     

  • Auf die Ausrüstung muss bei Gebirgswanderungen besonders großer Wert gelegt werden. Sehr wichtig ist dabei das geeignete Schuhwerk: Formstabile, hohe, knöchelumschließende, schon getragene Schuhe mit Profilsohle. Keine Turnschuhe akzeptieren! Lange Hosen! Zusätzlich empfehlenswert: Taschenlampe (ist im Gebirge stets mitzunehmen!), Höhenmesser (zeigt auch drohenden Wettersturz an), Reepschnüre, eventuell Biwaksack und Steinschlaghelme.

Durchführung einer alpinen Wanderung mit der Schulklasse

  • Öfter die Vollzähligkeit überprüfen
     

  • Abmeldung und Rückmeldung in der Hütte, in der Jugendherberge; dort auch Angaben über die geplante Tour hinterlassen
     

  • Vor dem Abmarsch die Ausrüstung überprüfen
     

  • Nach einer Gehzeit von 10 bis 20 Minuten hat sich ein kurzer „technischer Halt“ sehr bewährt: Diese zu Beginn angekündigte Pause wird ggf. zur „Marscherleichterung“ genutzt, um z.B. den Pullover an- oder auszuziehen, Schuhbänder nachzuziehen, Druckstellen in den Schuhen oder am Rucksack zu beseitigen. Dabei kann sich der Lehrer nach eventuell auftretenden Beschwerden erkundigen und hat noch mal Gelegenheit, schwächere Geher nach vorne zu nehmen, den „Schnellgehern“ eine sinnvolle Aufgabe zu übertragen (z. B. Transporthilfe)
     

  • Der Lehrer geht während der ganzen Wanderung voraus und bestimmt den Weg, die Pausen und vor allem das Gehtempo. Bestimmend für das Gehtempo sind die Kinder mit der geringsten Ausdauer und körperlichen Leistungsfähigkeit. Sie gehen deshalb unmittelbar beim führenden Lehrer
     

  • Die Begleitperson geht auf keinen Fall beim Lehrer, sondern entweder in der Mitte der Wandergruppe oder am Ende
     

  • Zwei bis drei körperlich leistungsfähige, ausdauernde und zuverlässige Schüler, eventuell mit auffallenden Kleidungsstücken, bilden den Schluss. Sie haben den klaren Auftrag, dass keiner hinter ihnen geht, sie bleiben auch am Schluss, wenn Schüler austreten, Kleidung, Schuhe oder Rucksack korrigieren und melden Besonderheiten sofort dem Lehrer
     

  • Rechtzeitig Pausen einlegen; nach Abschluss der Rast überprüfen alle den Rastplatz und verlassen ihn sauber
     

  • Eigenen Standpunkt auf der Karte häufig bestimmen (Smartphones mit GPS sind dabei sehr hilfreich)
     

  • Das Lösen von Steinen durch konzentriertes Gehen vermeiden
     

  • Rollen oder Werfen von Steinen und anderen Gegenständen untersagen
     

  • Abkürzungen unterlassen und sich nicht gegenseitig überholen
     

  • Bei Nässe und verschmutztem Sohlenprofil besonders auf geneigte Platten, Steine, Wurzeln, Baumstämme, Holzbrücken und -stufen achten
     

  • Bei schwierigen Stellen anderen Hilfestellung geben, absichern, eventuell Seilgeländer aus zusammengebundenen Reepschnüren bauen
     

  • Verankerungen von Klettersicherungen überprüfen, die gleiche Verankerung nicht gleichzeitig durch zu viele Schüler belasten
     

  • Bei Wetterverschlechterung (Wettersturz, Gewitter) oder Erschöpfung rechtzeitig umkehren oder abbrechen (häufiges Stolpern = Zeichen für Erschöpfung)
     

  • Sollte unterwegs ein Unfall geschehen, der eine Versorgung und Bergung durch Rettungsdienst oder Notarzt erforderlich macht, in erster Linie Ruhe bewahren, alle Kinder sammeln (verabredetes Signal) und Erste Hilfe leisten. Die Begleitperson alarmiert den erforderlichen Rettungsdienst. Bei fehlenden Begleitpersonen kann es zweckmäßig sein, zwei zuverlässige Schüler mit schriftlichen Informationen zur Notfallmeldung zur nächsten Alarmierungsmöglichkeit zu schicken (Mobiltelefon nicht vergessen!).